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Das es in einem (funktionierenden!) Kühlsystem Dampfblasenbildung gibt ist Blödsinn, der einfach erfunden wurde.
Der Motor ist auf 80 Grad Betriebstemperatur ausgelegt. Darüber und darunter steigt der Verschleiß, sprich Lebensdauer enorm an.
Im Motor sind verschiedene Materialien, die sich bei Erwärmung unterschiedlich stark ausdehnen. Als wichtiges Beispiel sind die Kolben aus einer Aluminiumlegierung und der Motorblock aus einer Eisenlegierung zu nennen. Bei der Konstruktion wird festgelegt, welche Betriebstemperatur der Motor haben soll – und nur da stimmen die geometrischen Abmessungen aller Bauteile zueinander.
Ist die Temperatur darüber oder darunter, dann stimmen die Abmessungen nicht und wie schon geschrieben leidet der Motor darunter.
Der Motor ist daher möglichst schnell auf Betriebstemperatur zu bringen und genau dort zu halten. Dafür gibt es z.B. ein Wasserthermostat, das bei uns bei knapp 80 Grad aufmacht und das Wasser über den Kühler abkühlen lässt.
Nun zu der frei erfunden Dampfblasenbildung im Normalbetrieb:
Wenn man Wasser in einem Topf erhitzt, dann bilden sich am Boden Dampfblasen. Diese können sich aber nur Bilden, weil das Wasser steht und nicht durch kälteres Wasser ausgetauscht wird. Sobald aber das heiße Wasser laufend abgeführt und durch kälteres Wasser ersetzt wird, dann wird das Wasser gar nicht so heiß, als dass es Dampfblasen bilden könnte.
Dampfblasen bilden sich dann, wenn:
(1) die Wasserpumpe ausfällt. Dann ist das Wasser lange genug an einer Stelle um sich ausreichend zu erhitzten; in so einem Fall würde ich aber die Wasserpumpe wechseln und nicht das Kühlmittel!
Ich weiß aber leider aus Erfahrung, dass einige Leute dies anders sehen und das Kühlmittel ersetzen, weil es ja offensichtlich nichts taugt…
(2) Zu heißes Wasser durch den Motor strömt und deswegen schon nahe an der Verdampfungsgrenze ist. Wenn das Wasserthermostat nicht aufmacht oder der Wasserkühler die Hitze nicht wegbekommt, dann kann dieser Fall eintreten. Im schlimmsten Fall kann das Wasser wirklich kochen. Hier ist die Kühlung zu reparieren bzw. zu verbessern. Der Motor läuft zu heiß und wird schnell verschleißen. Wenn das Wasser kocht, dann hatte das Kühlsystem schon lange vorher ein Problem, weil es sich eben bis zum Kochen erhitzen konnte. Hohe Motortemperaturen führen zusätzlich zu Motorklingeln. Die Betriebstemperatur ist daher dringendst wieder auf das normale Niveau zu senken. Die hohe Temperatur zu akzeptieren und stattdessen ein nicht kochendes Kühlmittel zu verwenden wird den Motor nicht helfen!
Anmerkung: Im Rennsport wird man es nicht vermeiden können, den Motor bei eigentlich zu hohen Temperaturen zu betreiben. Dafür muss er auch keine 250.000km halten. Es reicht, wenn er (als erster) ans Ziel ankommt. Aber auch hier wird Wasser als Kühlmittel verwendet.
Die wichtigste Eigenschaft eines Kühlmittels, ist es die Wärme aus dem Motor heraus zu bekommen.
Das Kühlmittel muss daher möglichst viel Wäre aufnehmen können. Physikalisch spricht man von einer hohen Wärmekapazität. Wasser ist dafür hervorragend geeignet. Es hat eine sehr hohe Wärmekapazität von 4184 J/(kg·K). Das ist der allerwichtigste Wert für ein Kühlmittel!!!
Das „Zaubermittel“ hat einen wesentlich schlechteren Wert, weshalb er auch nicht genannt wird.
Was ist die Folge?
Die Hitze wird nicht mehr so gut aus dem Motor geleitet. Der Motor wird heißer und der Kühler kühler.
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| Beitrag vom 17.08.2015 - 15:17 |
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